Zwei endlos lange Wochen ohne Geschmackssinn

Mit Husten fing es an. Da ich unter einer Frühblüher-Allergie leide, schob ich es auf die vielen Pollen, die plötzlich überall in der Luft herumwirbelten. Doch dann kamen Halsschmerzen dazu. Den Husten hätte ich mir im weitesten Sinne noch als Symptom erklären können aber Halsschmerzen waren mir neu. Also nahm ich an, es würde sich eine Grippe ankündigen. Die weiteren typischen Symptome wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Schnupfen kamen dann auch ziemlich schnell und fesselten mich die ersten Tage ans Bett. Der Schnupfen verabschiedete sich glücklicherweise nach kurzer Zeit wieder, trotzdem roch ich – auch mit offener Nase – weiterhin nichts. Aber damit nicht genug: Ich schmeckte auch absolut nichts!

Zu Beginn fand ich dieses Phänomen amüsant. Ich kannte es zwar von früheren Erkältungen, dass mal Geruchs- und Geschmackssinn ausfallen aber in diesem Ausmaß hatte ich es noch nicht erlebt. Ich habe nicht die geringste Nuance wahrgenommen. Nicht einmal die eigentlich penetrant nach Eukalyptus schmeckenden Gelkapseln, die ich bei jeder Erkältung einnehme.

Ich werde nie das Gefühl vergessen, als ich im Supermarkt stand und mich fragte, was ich eigentlich einkaufen, beziehungsweise kochen soll, wo ich doch sowieso nichts schmecke. Um meinen Körper all die Nährstoffe und Vitamine zuzuführen, die er brauchte, um schnell wieder fit zu werden, entschied ich mich weiterhin für gesunde Gerichte. Neben dem andauernden Geschmacks- und Geruchsverlust fühlte ich mich nämlich körperlich schwach. Da der Geschmack zur Nebensache wurde, entschied ich mich dazu, all die ungeliebten Lebensmittel zu verbrauchen, die noch irgendwo in der hintersten Ecke des Vorratsschrankes zu finden waren. Man muss ja schließlich das Beste aus jeder Situation machen…

Nachdem die erste Woche vergangen war, fand ich die ganze Sache dann schon nicht mehr ganz so lustig. Da ich immer noch sehr schlapp war, verbrachte ich die meiste Zeit im Bett. Mein einziges Highlight an solchen Tagen besteht normalerweise aus leckeren Mahlzeiten oder Snacks. Doch diesmal wurde mir selbst das genommen. Meine Lust am Kochen verabschiedete sich und da mich nicht mal mehr Schokolade aufmuntern konnte, verdüsterte sich meine Stimmung von Tag zu Tag. Auch wenn ich schon immer ein Genussmensch war, hätte ich nie gedacht, wie sehr mir der Verlust meines Geschmackssinns auf die Stimmung schlagen würde. Nachdem die zweite Woche ohne Besserung vergangen war, wurde ich regelrecht panisch. Was, wenn das jetzt für immer so bleibt?! Was, wenn ich nie wieder etwas schmecken kann?! Wo bleibt da der Spaß?! In meiner Vorstellung würde der endgültige Verlust meines Geschmackssinns in zwei unterschiedlichen Szenarien enden. Szenario eins: Ich würde früher oder später depressiv werden. Szenario zwei: Ich würde mich nur noch gesund ernähren und auf alles, was lecker, aber ungesund ist, verzichten. Dadurch würde ich zwar meine Freude am Essen verlieren, aber zumindest einen äußerst gesunden Ernährungsstil pflegen.

Ein Leben ohne Macarons? Unvorstellbar!

Glücklicherweise waren meine Sorgen unbegründet. Nach ungefähr zweieinhalb Wochen kamen mein Geschmacks- sowie Geruchsinn endlich wieder zurück. Allerdings nicht von heute auf morgen, sondern sehr langsam. Es dauerte fast noch einmal eine ganze Woche, bis ich wieder normal schmecken und riechen konnte. Ich genieße mein Essen seitdem noch bewusster und bilde mir sogar ein, nun einen sensibleren Geschmackssinn zu haben.

Mich würde an dieser Stelle interessieren, ob ihr das auch schon so erlebt habt? Erzählt mir gerne davon und bleibt gesund! 🙂

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